Das Sjögren-Syndrom
Wenn Mund und Schleimhäute dauerhaft trocken sind, dann spricht man vom Sjögren-Syndrom. Im englischsprachigen Raum wird es auch als “dry eye, dry mouth”-Syndrom bezeichnet. Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung und betrifft überwiegend Frauen (etwa im Verhältnis 9:1 zu Männern) nach den Wechseljahren.
Das Sjögren-Syndrom: Mehr als Mund- und Augentrockenheit
Die Krankheit betrifft aber nicht nur Mund und Augen, sondern auch die Schleimhaut von Kehlkopf, Bronchien, Haut, Nase, Scheide und manchmal auch die inneren Organe, wie z.B. Nieren, Lunge oder Leber. Hinzu kommt häufig eine extreme Müdigkeit, die die Autoimmunerkrankung mit sich bringt. Die Betroffenen fühlen sich schlapp und alles andere als leistungsfähig. Da Außenstehende die Krankheit nicht richtig wahrnehmen beziehungsweise sehen können, wird den Betroffenen von diesen manchmal eher ein psychisches Leiden attestiert.
Trockene Speisen werden zur Qual
Doch nur weil die Krankheit nicht greifbar ist, bedeutet dies nicht, dass sie nicht real vorhanden ist. Die Betroffenen leiden mitunter stark unter den Symptomen. Das Essen wird zur Qual. Vor allem trockene Speisen, wie Kekse oder Trockenkuchen müssen oft vom Speiseplan gestrichen werden. Von Hartkäse oder Brot ganz zu schweigen.
Was steckt hinter der Autoimmunerkrankung?
Hintergrund: Die Autoimmunkrankheit Sjögren-Syndrom zählt zum endzündlichen Rheuma, genauer zu den Kollagenosen. Eine Fehlfunktion des Immunsystems sorgt dafür, dass exokrine Drüsen des Körpers zerstört werden, die unter anderem für die Tränenflüssigkeit oder auch den Speichel zuständig sind.
Konsultieren Sie baldigst Ihren Arzt
Betroffene sollten bei auftretenden Symptomen unmittelbar ihren Arzt konsultieren. Beim Sjögren-Syndrom handelt es sich um eine Krankheit, die zu Anfang noch recht effektiv behandelt werden kann. Diese Effektivität nimmt aber mit zunehmender Fortschreitung der Krankheit ab. Da das Sjögren-Syndrom zwar meistens erst nach der Menopause der Frau auftritt, aber sich oft schon im Alter von 20-30 Jahren im Körper entwickelt, sollte bei deutlichen Symptomen keine weitere unnötige Zeit verloren werden. Zumal der Arzt mit entsprechenden Medikamenten diese unangenehmen Symptome zu lindern vermag.
Heilung durch Medikamente und Hausmittel
Ärzte können versuchen, mit Medikamenten die Entzündung zu bekämpfen. Hierzu werden z.B. Kortison oder Immunsuppresive gegeben. Die Drüsenfunktion lässt sich dadurch allerdings nicht wiederherstellen. Zur Linderung der Symptome eigenen sich insbesondere Sprays mit künstlichem Speichel. Doch auch Kaugummis, Kirschkerne oder zuckerfreie Bonbons regen die Speichelbildung an.
Gute Zahnhygiene ungemein wichtig
Unabdingbar ist — natürlich nicht nur für Betroffene, aber insbesondere für diese — eine gute Mundhygiene. Hierzu zählt eine weiche Zahnbürste und Zahnseide, aber auch Zahnzwischenraumbürstchen. Regelmäßige zahnärztliche Besuche sowie Zahnreinigungen sollten Betroffene wie Nichtbetroffene ohnehin nicht vernachlässigen.
Quellen: Apotheken-Umschau.de, Wikipedia, Sjoegren-Syndrom.de, Onmeda.de